Meinung : Matthies meint: Wenn der Kanzler zweimal klingelt ...

Was ist eigentlich mit Gerhard Schröder? Gerade hat er noch die "Politik der ruhigen Hand" in eine Art Verfassungsrang erhoben ("danach lasst uns alle stre-he-ben /brüderlich mit ruhiger Hand"), plötzlich ist Schicht. Da mag die junge SPD liberalistisch brodeln, wie sie will, da mag Peter Struck den Unternehmern die rostigen Folterwerkzeuge aus August Bebels Nachlass zeigen - drunten in Italien, am Urlaubsort, wird dem Chef nicht einmal der Chianti warm. Fast hätten wir Gefallen am Machtvakuum gefunden, da klingelte das Telefon doch noch, bei Bela Anda, dem amtierenden Regierungssprecher. Denn wäre Gerhard Schröder auch auf dem Mars oder in der Gubener Heide, er hätte doch immer die unfehlbare Witterung fürs Populäre an sich, und deshalb war nur ein Thema geeignet, ihn aus seinem Liegestuhl zu treiben: der Fußball. Bzw. dessen Präsenz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Zwar fehlt ihm dafür die Richtlinienkompetenz, aber Machtwort ist Machtwort: Er erwarte eine "vernünftige Einigung". Und wenn nicht? Verfassungsänderung: Jeder hat das Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Übertragung der Bundesliga-Spitzenspiele. Ja, Herr Kirch: Klingt nach Zweidrittelmehrheit.

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