Mauerbau und Verkehr : Leere Töpfe, leere Köpfe

Die Chance ist vertan. 1990 hatte der Bund versprochen, die durch den Bau der Mauer unterbrochenen Bahnverbindungen wieder aufzubauen. Nur auf wenigen Strecken sollten auch weiter keine Züge mehr fahren. Viele sind daraus geworden – auch weil Berlin und Brandenburg an der Wiederherstellung des kompletten alten Netzes kein großes Interesse gezeigt haben. Dem Bund konnte es nur recht sein. Die Länder nahmen ihn nicht in die Pflicht, und so musste er nicht in seine Kasse greifen. Inzwischen ist der auch für andere Projekte zum Beseitigen der Teilungsfolgen gefüllte Topf leer. Sollten sich die Länder doch noch durchringen, ihren steten Versprechungen zu folgen, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, müssten sie jetzt andere Geldquellen anzapfen. Die Mühe müssen sie sich aber wohl nicht machen, denn kein einziges Vorhaben ist spruchreif. Mit Verve setzt sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit lieber für den Weiterbau der Stadtautobahn A 111 ein, für den Wiederaufbau von Schienenverbindungen ist von ihm dagegen nichts zu hören. Aber auch der von ihm ins Amt gehievte Stadtentwicklungssenator Michael Müller rührt sich bisher nicht, wenn es um die Reaktivierung teilungsbedingter Bahnstrecken geht. So schlummert die 2011 unter seiner Vorgängerin erteilte Baugenehmigung für den Wiederaufbau der Heidekrautbahn zum Bahnhof Wilhelmsruh weiter in der Schublade vor sich hin. Was zählt schon ein Versprechen. kt

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