Meinung : Mauermeister

-

Die Mauer ist in der Nahostpolitik schon länger salonfähig. Israels Regierung betoniert seit Jahren die Grenze zu den Palästinensergebieten und sieht dies als einzig wirksame Maßnahme, die eigene Sicherheit zu garantieren. Jetzt will die US-Armee mit meterhohen Wällen der Gewalt in Bagdad Herr werden. Doch was als Schutz für die Menschen gegen sunnitische und schiitische Extremisten präsentiert wird, ist in Wahrheit der in Stein gemeißelte Beleg für das Scheitern der amerikanischen Strategie im Irak und für das Desaster, das diese dort angerichtet hat. Alle neuen Mauern, Razzien, mehr Soldaten und Sicherheitskräfte bieten keinen Ausweg aus der Rundumkatastrophe. Sie sind Flickwerk, das einen direkt nach der US-Invasion unter Oberverwalter Paul Bremer fehlgeleiteten Prozess nicht wieder in richtige Bahnen lenkt. Bremer, unter Irakern zutiefst verhasst, hat im Mai 2003 im Rahmen der „De-Baathifizierung“ nicht nur das irakische Militär sowie alle anderen parteinahen Institution auflösen lassen und Millionen Iraker arbeitslos gemacht. Er hat damit auch die Basis, auf der ein neuer Irak hätte aufbauen können, zerstört und auf einen Schlag Millionen Gegner dieses neuen Staates geschaffen. Ein entscheidender Schritt in die falsche Richtung. cir

0 Kommentare

Neuester Kommentar