Meinung : Maul- und Klauenseuche: Mit dem Wind? Mit dem Lastwagen!

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Jetzt hat das Virus das Festland erreicht. In Großbritannien sind bereits mehr als 180 Bauernhöfe wegen der Maul- und Klauenseuche gesperrt. Jetzt hat es auch einen Betrieb in Frankreich erwischt. Vielleicht ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis die Krankheit auf Deutschland überspringt. Die Bauern haben allen Grund, diesen Tag zu fürchten. Denn eine Infektion kann für sie das wirtschaftliche Ende bedeuten. Dabei ist die Tierseuche an sich harmlos. Stecken sich Menschen an, äußert sich das lediglich in leichten Erkältungssymptomen. Unter Rindern, Schafen und Schweinen breitet sich die Krankheit jedoch rasend schnell aus. Am schlimmsten wiegt für die Bauern, dass sie kranke Tiere nicht verkaufen können. Die meisten Länder machen die Grenzen dicht. Aus wirtschaftlichen Erwägungen scheidet deshalb auch eine Impfung aus. Denn die Antikörper lassen sich von denen gegen das Virus nicht unterscheiden - ein unüberwindliches Handelshemmnis. Deshalb versucht die EU die Seuche mit Stumpf und Stiel auszurotten. Deshalb brennen die Tierberge. Aber vielleicht stehen am Ende ein paar kleine Reformen: Beschränkungen für Tiertransporte zum Beispiel. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Renate Künast hat eine Vier-Stunden-Grenze für Viehtransporte ins Spiel gebracht. Oder die Pflicht, Tiere beim nächstgelegenen Schlachthof zu schlachten, wie es das Europaparlament seit Jahren verlangt. Dann hätte diese Krise doch noch ihr Gutes.

Hintergrund:
Chronologie: Der jüngste Ausbruch der Seuche in Europa

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