Maus aus Haut : Jede Zelle ein Mensch

Zwei Forscherteams konnten neue Mäuse aus Hautzellen zeugen, was bedeutet das für die einzelnen Zellen am menschlichen Körper? Menschenwürde wohl nicht.

Hartmut Wewetzer

Drei Jahre ist es erst her, dass der japanische Mediziner Shinya Yamanaka ganz normale Körperzellen gentechnisch in Stammzellen umprogrammierte. Seitdem haben diese Stammzellen, kurz iPS–Zellen genannt, eine rasante Karriere gemacht. Jetzt ist es zwei Forscherteams geglückt, aus umprogrammierten Hautzellen einer Maus neue Mäuse zu erzeugen. Ein „komplettes“ Lebewesen also, aus einer ganz gewöhnlichen Körperzelle. Das zeigt das Potenzial der iPS-Zellen für die Medizin. Sie erweisen sich immer mehr als den embryonalen Stammzellen ebenbürtig. Zudem müssen, anders als bei embryonalen Stammzellen, keine Embryonen verbraucht werden. Doch das Experiment hat noch eine andere Dimension. Wenn aus jeder Körperzelle ein Organismus heranwachsen kann, dann bedeutet das bei grob geschätzten 50 Billionen Zellen, aus denen ein Mensch besteht, dass jeder von uns 50 Billionen potenzielle Kopien von sich selbst in sich trägt. Jede Zelle ein Embryo und möglicher Mensch? Natürlich ist das reine Theorie. Die Vorstellung zeigt aber im Umkehrschluss, wie wenig sinnvoll es ist, einer einzelnen Zelle so etwas wie Menschenwürde zuzugestehen. Und das nur, weil sie menschliches Erbgut besitzt. wez

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