Meinung : Mazedonien: Das macht Laune

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Zum Thema Dokumentation: Fischers Bundestagsrede in Auszügen.
Chronologie: Auslandseinsätze der Bundeswehr
Hintergrund: Die NATO-Operation "Essential Harvest"
Die Aufgaben: Was die Bundeswehr in Mazedonien erwartet.
Die Beteiligten: Welches Land wieviel Soldaten nach Mazedonien schickt Er ist ein Meister der Sottise, der launigen Sprüche. Aber wie der CSU-Landesgruppenchef Michael Glos die politischen Pirouetten von Merkel & Merz mitgedreht hat, dass er von der CSU ihre Zustimmung zur Zustimmung beim Mazedonien-Einsatz verlangt hat - das wird Spuren im Gedächtnis seiner Parteifreunde hinterlassen. Hinter vorgehaltener Hand mosern manche auch schon. Da mag Glos sich mit Edmund Stoiber, dem CSU-Chef, abgesprochen haben. Stoiber ist weit weg und die Landesgruppe traditionell sehr selbstbewusst. Ebenso traditionell ist sie kämpferisch, und die gemeinsam festgelegte Unionsstrategie des Angriffs auf die Regierung hatte bei ihr die deutliche Mehrheit. Die Mehrheit hätte diese Strategie auch beibehalten, jedenfalls nicht mehr so kurzfristig gewechselt, weil vorhersehbar war, wie die Union danach als Opposition zwangsläufig aussieht: unentschlossen, kraftlos. Dieses schmachvolle Bild muss die Landesgruppe der CSU vor Augen gehabt haben, und so stimmte sie uneinheitlich ab. Ausgerechnet sie, die ihre Geschlossenheit als Tugend rühmt. Sein Einsatz für die Zustimmung wird Glos deshalb so schnell nicht vergessen werden. Der Mazedonien-Einsatz hat eine Mehrheit bekommen, aber mit nicht wenigen Gegenstimmen. Das hat längerfristig Nachwirkungen, auch für den Landesgruppenchef. Launige Sprüche helfen da nur für den Moment.

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