Meinung : Mazedonien: Der Wunsch als Vater des Gedankens

sti

Mazedoniens Präsident Boris Trajkovski verkündet den Durchbruch: Slawische und albanische Mazedonier sollen sich geeinigt haben. Bleibt der Nato der befürchtete Einsatz zwischen den Fronten erspart, wird das geplante Mini-Kontingent zum Einsammeln der Waffen nun doch ausreichen? Da ist der Wunsch zu sehr Vater des Gedankens. Die bewaffneten Albaner saßen nicht mit am Verhandlungstisch. Sie entscheiden aber mit über Erfolg oder Misserfolg. Das Beispiel Kosovo zeigt zudem: Auch bei der Umsetzung eines realistischen Planes kann noch einiges schief gehen. Es ist viel zu früh für eine Entwarnung. Gut ist: Die Konfliktparteien reden miteinander, obwohl an den verschiedenen Fronten täglich geschossen und gestorben wird. Der Druck des Westens macht vieles möglich. Auch in Mazedonien selbst ist sich ein großer Teil der Bevölkerung bewusst, dass ein Krieg alle zu Verlierern machen würde. Die jüngsten vier Balkankriege stehen allen vor Augen. Es ist diese Angst, die bisher die Eskalation verhindert hat. Doch nicht alle Politiker teilen dieses Bewusstsein. Es ist auch Boris Trajkovski zu verdanken, dass die Katastrophe noch nicht eingetreten ist. Der Präsident hat im Laufe der viermonatigen Krise an Statur gewonnen. Als Moderator unter Falken bemüht er sich, Brücken zu bauen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar