Meinung : Mazedonien: Die gefährlichsten Stunden

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Die Hardliner auf beiden Seiten im Mazedonienkonflikt haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen den Friedensprozess torpedieren. Zuerst die Exekution von fünf angeblichen albanischen Rebellen durch das Innenministerium. Nur wenige Stunden später die blutige "Rache" der UCK. Die letzten Stunden vor einem Friedensschluss gehörten auf dem Balkan schon oft zu den gefährlichsten. Die Kriegstreiber sehen ihre Felle davon schwimmen und setzten alles daran, den Friedensprozess zu unterbinden. Nur im Krieg machen sie Profit, und vielleicht lässt sich im bewaffneten Kampf die Verhandlungsposition noch etwas verbessern. Es geht auch in diesem Balkan-Konflikt nur am Rande um Menschenrechte, sondern fast ausschließlich um Macht und Kontrolle über Territorien. Schon heute sind die Konturen des "neuen Mazedoniens" deutlich sichtbar. Der mehrheitlich albanische Westen wird fest in den Händen der albanischen "Warlords" bleiben, während die mazedonischen Nationalisten im Osten und im Zentrum des Kleinstaates das Sagen haben werden. Schon heute ist auch absehbar, dass es den zwei Millionen Menschen im künftig geteilten Vielvölkerstaat auf lange Sicht noch schlechter gehen wird als vor Beginn des Konflikts.

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