Meinung : Mazedonien: Mit Machtinstinkt ins Chaos

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Mazedoniens Regierungschef Ljubco Georgievski wird seinem Ruf als Hardliner gerecht: Mit seinem Verbalangriff gegen den Westen führt der Nationalist den Balkanstaat einen Schritt weiter Richtung Bürgerkrieg. Den internationalen Vermittlern Einmischung in interne Angelegenheiten vorzuwerfen, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Der verantwortungslose Premier kann nicht Teil der Lösung sein, als Falke verkörpert er das Problem: Das mazedonische Mehrheitsvolk hat die albanische Minderheit stets nur als unwillkommene Gäste gesehen. Heute fällt es unter dem Druck der bewaffneten Rebellen noch schwerer als zu friedlichen Zeiten, den albanischen Mitbürgern Rechte zu gewähren. Dem mazedonischen Mehrheitsvolk fehlt heute der Politiker, der zu Kompromissen die Hand reichen könnte. Georgievski geht es nur um eigene Interessen: Die Macht glaubt er am besten bewahren zu können, wenn das Land im Chaos versinkt. Ganz ähnlich muss es den bewaffneten Albanern ergehen: Die Kämpfer der UCK können in der Konfrontation sicher mehr bekommen als am Verhandlungstisch. Hardliner auf beiden Seiten arbeiten sich in die Hände. Die westlichen Vermittler drohen zwischen die Fronten zu geraten.

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