Meinung : Mehr Gelassenheit im Schneetreiben

Dank kluger Regierungen, Arbeitgeber und Gewerkschaften leben wir in Deutschland auf einer Insel der Seligen. So haben wir keine anderen Sorgen, als gegen Stuttgart 21 zu demonstrieren, obwohl wir künftig die verkürzte Fahrzeit gerne nutzen werden; wir, die Wutbürger, demonstrieren gegen geplante Flugrouten in Schönefeld, weil wir unsere Ruhe bedroht sehen – ohne genau zu wissen, wie laut es werden wird. Ich würde mir wünschen, dass die persönliche Energie eher ins Ehrenamt als in egoistische Demonstrationen gesteckt wird. Ähnliche Gefühle beim S-Bahn-Chaos. Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass die Fahrgäste der S-Bahn unter dem Sparwahn der DB leiden müssen; andererseits ist die Reaktion der Bürger auf Einschränkungen wegen des Wintereinbruchs unverständlich. Es fehlt mir die Gelassenheit, Schnee als höhere Gewalt zu akzeptieren und sich auf Einschränkungen einzustellen. Der Ruf nach dem Staat ist einfach, weil dieser anonym ist; staatliche Leistungen kosten Geld, aber beim Ausfüllen der Steuererklärung wird jeder Trick angewandt, um möglichst keine Steuern zahlen zu müssen. Weniger meckern, mehr positiv denken und handeln bringt unser Leben voran und machte es damit lebenswerter.

Nikolaus Petersen, Berlin-Schöneberg

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