Mehr Geld für Berliner Kitas : Misstrauen ist angebracht

Die Berliner SPD will mehr Geld in KItas investieren. Bleibt zu hoffen, dass dieses Versprechen die Bundestagswahl überdauert.

Gerd Nowakowski

Druck hilft zuweilen beim Nachdenken. Während auf der Straße über 10 000 Menschen für mehr Personal in Berliner Kindertagesstätten demonstrierten, kamen die SPD- Parlamentarier im Berliner Abgeordnetenhaus zu dem Schluss, dass ein wenig mehr Personal doch nicht ganz falsch sein kann. Argumente haben die Kita-Unterstützer viele: Die Anforderungen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen; mit Lerntagebüchern, Frühförderung, Sprachtraining sowie Vor- und Nachbereitung übertrug der Senat den Mitarbeitern immer mehr Aufgaben, ohne dass sich der Personalschlüssel verändert hätte. Die Familien begrüßen zwar, dass der Kitabesuch künftig in den letzten drei Jahren gebührenfrei ist, sie sind aber nicht von der Position des Senats überzeugt, dass nun leider kein Geld mehr da sei für eine Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung. Nur beides zusammen ergibt Sinn, das haben die Eltern begriffen. Sie werden beobachten, ob das flotte Versprechen von der rot-roten Koalition in den Haushaltsentwurf aufgenommmen wird. Nicht, dass jedes Versprechen drei Tage vor einer Wahl eine kurze Halbwertszeit hat – aber Misstrauen ist schon angebracht.

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