Mehr Rechte für Bahnkunden : Höchste Eisenbahn

Hat die Berliner S-Bahn Verspätung, sollen die Reisenden künftig mit dem ICE weiterfahren dürfen, nachts sogar mit dem Taxi. Das ist neu und geht weit über das hinaus, was die zu erwartende EU-Verordnung vorschreibt.

Heike Jahberg

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries drückt aufs Tempo. Deutlich früher, als sie es nach EU-Recht müsste, will die SPD-Politikerin den Bahnkunden mehr Rechte verschaffen. Und: Erstmals ist auch der Nahverkehr dabei, zumindest wenn er auf der Schiene stattfindet. Hat die Berliner S-Bahn Verspätung, sollen die Reisenden künftig mit dem ICE weiterfahren dürfen, nachts sogar mit dem Taxi. Das ist neu und geht weit über das hinaus, was die zu erwartende EU-Verordnung vorschreibt. Dagegen hält sich die Ministerin im Fernverkehr eng an die Vorgaben aus Brüssel. Das ist zwar ebenfalls, verglichen mit der heutigen Praxis, eine Verbesserung. Dennoch wäre noch mehr drin gewesen. Denn zahlen sollen die Bahnbetreiber auch künftig erst für Verspätungen von einer Stunde und mehr. Kommt der Zug „nur“ eine halbe Stunde zu spät, sollen die Kunden weiterhin leer ausgehen. Das missfällt Verbraucherschützern und Verbraucherschutzminister Horst Seehofer. Doch den hat die Justizministerin bisher gar nicht gefragt. Mit ihrem Überraschungscoup hat Zypries erst einmal Tatsachen geschaffen. Um sie einzuholen, muss Seehofer Gas geben. hej

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