MEIN Blick : Der Familie misstrauen Leyen sägt an den christlichen Wurzeln der CDU

Alexander Gauland

Manchmal sind Lösungen verblüffend einfach. Ursula von der Leyen hat mit ihrer Ablehnung der so genannten Herdprämie deutlich gemacht, dass es ihr nicht um Wahlfreiheit, sondern um eine möglichst flächendeckende Kindergartenerziehung geht, und Christa Müller, die Ehefrau Oskar Lafontaines, mit ihrer Unterstützung christlich-konservativer Positionen, dass sie das Kleinkind in der Familie nach wie vor am besten aufgehoben sieht.

Und so wie von der Leyen mit ihrer familienkritischen Haltung die Grundwerte der CDU/CSU verletzt, so Müller mit ihrem Festhalten an Geschlechterrollen die feministische Linke. Es wäre also das Klügste, Frau von der Leyen übernähme die frauen- und familienpolitische Sprecherrolle der PDS und CDU/CSU würden Frau Müller zur Familienministerin bestellen.

Doch Scherz beiseite: Was immer schon bei der Familienministerin durchklang, ist nun zur Gewissheit geworden – sie sieht die Familie grundsätzlich und nicht nur in Einzelfällen mit der Erziehungsaufgabe überfordert und möchte Staat und Gesellschaft an ihre Stelle setzen. Das kann man fordern und fördern, aber nicht als eine dem christlichen Menschenbild verpflichtete Politikerin. Denn wenn die Familie als Keimzelle des Staates für ihre wichtigste Aufgabe, die Aufzucht und Erziehung von Kindern nicht taugt, stehen auch alle sonstigen grundgesetzlich geschützten steuerlichen Familienfördermaßnahmen zur Disposition. Weshalb sollen Nichtverheiratete mit höheren Steuern finanziell zu einem Familienlastenausgleich beitragen, wenn – ganz ohne gesellschaftlichen Mehrwert – allein die Liebe und Lust zweier Menschen zu- und aufeinander den Sinn des Ganzen ausmachen. Denn nur das rechtfertigt das Eheprivileg des Grundgesetzes, dass die Zweisamkeit auf die Familie angelegt ist und die Erziehung des Nachwuchses nicht nur privates Glück, sondern auch eine von den Eltern zu erfüllende öffentliche Aufgabe ist. Wenn die Überzeugung Raum greift, dass diese Aufgabe von ihnen nicht mehr geleistet werden kann und Staat und Gesellschaft nicht nur im Einzelfall, sondern grundsätzlich an ihre Stelle treten müssen, haben CDU/CSU einen Teil ihres Daseinszwecks eingebüßt, stirbt nicht nur die konservative, sondern auch die christliche Wurzel der Volkspartei der Mitte ab. Man wird das Gefühl nicht los, dass wieder einmal im Schwung von Reformen und Modernisierungen das ganze Haus abgebrochen werden soll, statt nur das Kinderzimmer zu renovieren. Doch das sollte die Union besser ihren Gegnern überlassen. Wie lautet das Stoßgebet der Volksweisheit so treffend: Lieber Gott, schütze mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich schon selber fertig.

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