Meldegesetz : Schwarz-Gelb blamiert sich doppelt

09.07.2012 17:34 Uhrvon
Schwarz-Gelb beschließt das Meldegesetz, was jetzt von der eigenen Regierung wieder kassiert wird. Foto: dpa
Schwarz-Gelb beschließt das Meldegesetz, was jetzt von der eigenen Regierung wieder kassiert wird. - Foto: dpa

Dass es im Plenum so leer war, als das Meldegesetz verabschiedet wurde, ist kein Skandal. Das was davor im Innenausschuss und dem Ministerium passiert ist, aber schon.

Zugegeben: Am Abend des 28. Juni 2012 waren die meisten Kneipen in Berlin voller als das Plenum des Bundestages, weil Deutschland gegen Italien einfach spannender ist. Nur wäre der Bundestag auch ohne das Fußballspiel so dünn besetzt gewesen, weil es in der Natur des Parlaments liegt, dass Generaldebatten vor vollem Haus stattfinden, Fachthemen aber nicht. Die Arbeit findet in den Ausschüssen statt.

Und beim Meldegesetz liegt dort das Problem. Warum die schwarz-gelben Innenpolitiker den Regierungsentwurf bei der Weitergabe von Daten gelockert haben, bleibt offen.

Die Praktikabilität für die Behörden soll eine Rolle gespielt haben. Nur ist die Frage, ob es wirklich nur für die Behörden praktischer ist. Eine andere Vermutung liegt näher: Sie haben sich unter anderem von den Lobbyisten der Inkassowirtschaft überzeugen lassen. Jetzt stehen sie doppelt dumm da. Ihre eigene Regierung haben sie blamiert und sich selbst auch.

Den Schwarzen Peter jetzt allein der CSU zuzuschieben, wie es die FDP versucht, ist wohlfeil. Denn in ihren protokollierten Reden verteidigt die FDP die Widerspruchsregel vehement. Auch die Opposition eignet sich schlecht als Abladeplatz für die Schuldfrage. Denn sie hat den Missstand angesprochen. Schwarz-Gelb hat das Gesetz ganz allein im Sommerloch versenkt.

Umfrage

Wie fahrradfreundlich ist Berlin?

Service

Weitere Themen

Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!

Umfrage

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück möchte bei einem Wahlsieg das umstrittene Betreuungsgeld kippen. Wären Sie für die Abschaffung?

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite

Tagesspiegel Abonnement

Foto:

Werden Sie Tagesspiegel-Abonnent und sichern Sie sich tolle Prämien.


Probeabo - 14 Tage kostenlos den Tagesspiegel lesen.

E-Paper - Lesen Sie den Tagesspiegel digital.

Leser werben Leser - Vermitteln Sie einen neuen Tagesspiegel-Leser und wählen Sie Ihre Wunschprämie.

Tagesspiegel App - für iPhone und iPad.

Aboservice - Ob Urlaub, Umzug oder Schwierigkeiten bei der Zustellung - wir helfen Ihnen weiter.

Tagesspiegel Abo

Krankenkassen-Vergleich

Foto:

• Beitragsrechner
• Versicherungsvergleich
• Tipps zum Wechsel

Der schnelle Weg zur günstigen Krankenkasse.

Hier vergleichen