Merkel und Griechenland : Mit Bedingungen

Ein Mann ist auf der Suche nach Glaubwürdigkeit – nicht zuletzt auch in eigener Sache. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hat in seiner kurzen Amtszeit inzwischen schon zum zweiten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht. Aus gutem Grund: Von der Bewertung der griechischen Reformbemühungen durch die Bundesregierung hängt in großem Maße ab, ob Athen weiter mit EU-Hilfsgeldern versorgt wird oder nicht. Dabei muss sich Samaras den Ruf eines durchsetzungsfähigen Reformers weiterhin erarbeiten, schließlich war er es, der den Sparkurs seines Vor-Vorgängers Giorgos Papandreou aus machtpolitischen Gründen torpediert hatte. Nun muss Samaras selber die Auflagen der EU-Partner erfüllen – beispielsweise die Umsetzung der versprochenen Steuerreform. Gleichzeitig muss er verhindern, dass noch mehr Wasser auf die Mühlen der linken Oppositionspartei Syriza gelenkt wird. Merkel wiederum hat großes Interesse daran, dass Samaras’ Gratwanderung gelingt. Denn nichts kann die Kanzlerin im Wahljahr so wenig gebrauchen wie eine griechische Regierung, die es nicht schafft, Reformen durchzusetzen, und trotzdem EU-Hilfsgelder hinterhergeschmissen bekommt. ame

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