Mieten in Berlin : Besinnung auf die Basis

Fangen wir mit einem Lob an: Rot-Rot gibt die Mieterstadt Berlin nicht kampflos auf. Dennoch: Die Einkommen in Berlin stagnieren seit Jahren, die Mieten aber steigen. Für Vermieter ist das eine gute Nachricht, für die Berliner nicht.

 Und die Linken sind in der Hauptstadt sogar an der Macht. Wenn sie nun den sozialen Wohnungsbau reformieren und ihn für Berliner mit kleinem Budget wieder erschwinglich machen, dann erwerben sie sich Verdienste um viele Bewohner der Stadt, die Hilfe brauchen. Dasselbe gilt für ihren Widerstand gegen die anderen von der neuen Bundesregierung geplanten Liberalisierungen des Wohnungsmarktes. Doch SPD und Linke haben gar keine andere Wahl. Denn bald sind Wahlen in Berlin. Und der SPD steckt der Schreck vom letzten bundesweiten Urnengang noch in den Gliedern. Auch in Berlin hatten SPD und Linke ihre Basis aus den Augen verloren. Besteht nun wirklich Handlungsdruck auf dem Wohnungsmarkt? Der Vermieterverband BBU bestreitet dies. Haushalte in München etwa müssten einen weitaus höheren Anteil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Doch der Vergleich hinkt: Berlin ist die Stadt der Niedriglöhne, und wer fürs Wohnen ein Drittel von 900 Euro ausgibt, muss sich viel stärker einschränken als jemand, der von 3000 Euro nach Abzug der Miete 2000 Euro übrig hat. Hinzu kommt: Die Einkommen in Berlin stagnieren seit Jahren, die Mieten aber steigen. Für Vermieter ist das eine gute Nachricht, für die Berliner nicht. ball

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben