Mieten in Berlin : Sprunghaft

Mieter in München, na klar, zahlen deutlich mehr, und in Hamburg auch. Aber wer damit die Berliner Mietentwicklung verteidigt, sollte auch sagen, dass dort weit mehr verdient wird. In Berlin, der Mieterstadt, der armen Stadt, sind sechs Prozent höhere Mietpreise deswegen eine ernste Sache. Zwar bietet Berlin Zuzüglern immer noch preiswerten Wohnraum und selbst Familien finden bezahlbare Wohnungen im Zentrum. Doch weitere Preissprünge sind absehbar. Der Verkauf von 150 000 städtischen Wohnungen an private Unternehmen zeigt Wirkung. Noch stehen 100 000 Wohnungen leer – doch es gibt eine gespaltene Entwicklung: Niemand will in die maroden Plattenbauten am östlichen Stadtrand, doch in zentralen Bezirken steigen Mieten überdurchschnittlich. Mietervereine befürchten weitere Mieterhöhungen von weit über zehn Prozent, weil der Mietspiegel den Vermietern zu viel Spielraum biete. Eines ist sicher: Die Zeiten, in denen Berliner Mieter die freie Auswahl hatten, sind vorbei – jetzt schwingt das Pendel zurück. Umso wichtiger wird der Mietspiegel als Schutzinstrument für Mieter. gn

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