Migranten im öffentlichen Dienst : Man löscht deutsch

Das Interesse der Jugendlichen an der Kampagne des Senats für mehr junge Migranten in der Ausbildung des öffentlichen Diensts ist gering, sie fühlen sich nicht angesprochen.

Berlins öffentlicher Dienst ist für Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht attraktiv. Diese Erfahrung muss der Senat gerade machen. Mit einer Kampagne wollte er den Anteil junger Migranten in seiner Verwaltung, in Polizei und Feuerwehr steigern. Wohl wissend, dass man über kurz oder lang auf dieses Potenzial nicht verzichten kann. Aber das Interesse der betroffenen Jugendlichen ist gering; sie fühlen sich nicht angesprochen. Die Bewerberzahlen stiegen nicht über die hinaus, die man schon in den letzten Jahren verzeichnet hat. Bei der Feuerwehr muss man in diesem Jahr sogar gänzlich auf einen angehenden Brandmeister mit Migrationshintergrund verzichten. Denn die im Landesdurchschnitt besonders wenigen Bewerber scheiterten an einer theoretischen Prüfung – auf Hauptschulniveau. Das eigentlich Erschreckende aber ist, dass die Jugendlichen es nicht einmal versuchen, eine Laufbahn im öffentlichen Dienst einzuschlagen. Einerseits muss man davon ausgehen, dass junge Migranten resigniert haben und sie sich ohnehin keine Chancen auf eine Lehrstelle ausrechnen. Zum anderen heißt es aber auch, dass sie staatlichen Einrichtungen ausgesprochen skeptisch gegenüberstehen, wie Migrantenorganisationen selber sagen. Beides darf der Senat nicht hinnehmen. Mit einem bloßen Kampagnenbekenntnis „Berlin braucht Dich!“ ist es nicht getan. Denn nur ein öffentlicher Dienst, dem man vertraut, ist auch als Arbeitsplatz attraktiv. sik

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