Meinung : Militärischer Zwerg

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Um 17 Prozent erhöht China seine Militärausgaben in diesem Jahr, da werden manche in Amerika und Europa Alarm rufen. 23 Milliarden Euro beträgt der offizielle Wehretat, etwa so viel wie der deutsche - aber für ein Milliardenvolk. Die KP will den Sold erhöhen und neue Waffensysteme kaufen. Seit 14 Jahren wächst das Wehrbudget zweistellig. Die Reaktionen im Ausland sind jedes Mal gleich: "drohender Riese", "militärische Machtpolitik", "gelbe Gefahr" - Peking wolle seine Interessen mit Gewalt durchsetzten. Höhepunkt der imaginären Rivalität mit Amerika war die Notlandung eines US-Spionageflugzeugs vor einem Jahr. Tatsächlich ist China militärisch ein Entwicklungsland. Technisch, taktisch und vor allem finanziell ist Chinas Armee den USA weit unterlegen. Der US-Verteidigungsetat 2003 ist mit 379 Milliarden US-Dollar mehr als 18 Mal so hoch. Wahrscheinlich versteckt Peking einen Teil seiner Militärausgaben in anderen Haushaltsposten. Doch seine militärische Fähigkeit wird überschätzt. China hat viele Soldaten - 2,3 Millionen - aber Ausrüstung und Ausbildung sind meist völlig veraltet. Nach Ansicht von Militärexperten wäre Peking nicht in der Lage, Taiwan zu erobern. China weiß, dass nur eine friedliche Vereinigung realistisch ist. Wer China dennoch zum Gegner stilisiert, riskiert, dass Peking sich als solcher fühlt.

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