Millionengewinne der S-Bahn : Gestrichen voll

Selbstverständlich soll ein Unternehmen Gewinn machen. Das gilt auch für die S-Bahn Berlin, ein Tochterunternehmen der Bahn AG. Nicht mehr selbstverständlich ist es aber, wenn diese Tochter mit dem Geld des Senats und der Fahrgäste erheblich zum Konzerngewinn beiträgt und gleichzeitig Leistungen kürzt. Das Streichen von 800 Stellen, das zu personalfreien Bahnhöfen und einem Lokführermangel geführt hat, das Fahren mit kurzen Zügen, in denen die Fahrgäste in den Hauptverkehrszeiten kaum noch einen Platz finden – alles hat die S-Bahn in der Vergangenheit mit dem Zwang zum Sparen begründet. Wäre sie ein defizitärer Betrieb, würden es die Kunden wohl auch akzeptieren. Nachdem sich aber jetzt herausgestellt hat, dass das Unternehmen Millionengewinne macht, darf man erwarten, dass der Betrieb eine ordentliche Leistung bringt. Sparen bis es quietscht, nur damit am Ende der Börsengang des Konzerns stehen kann, wird nicht länger akzeptiert. Die Politik ist gut beraten, wenn sie vor der Privatisierung der Bahn deren interne Zahlen genau studiert. Das Recht hat sie, denn noch gehört das Unternehmen dem Steuerzahler. kt

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