Ministerin und Missbrauch : Mit dem richtigen Format

Nun wird es auch noch feinsinnig in der Auseinandersetzung der Koalition. Wie Familienministerin Schröder das Thema Missbrauch an sich zieht, hat zwei Bedeutungsebenen.

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 Sicher walten zum einen im Hintergrund bei der CDU katholische Kräfte, wenngleich diesmal geschickt, weit geschickter als der erste Versuch von Erzbischof Zollitsch, der mit einem weitgehend wirkungslosen Ultimatum an die Justizministerin aus der FDP seiner Kirche die Reputation retten wollte. Dank Schröder stehen die Katholiken viel schneller nicht mehr als Aufklärungsverweigerer da, und vor allem nicht länger allein am Pranger. Die Frage, ob ein Runder Tisch oder eine gemeinsame Arbeitsgruppe aller Akteure der Kinder- und Jugendarbeit das richtige Format ist, sollte allerdings nicht die bereits vorhandene richtige Erkenntnis behindern, dass rasch eine gemeinsame Strategie gefunden werden sollte. Denn das ist die zweite Bedeutungsebene, und die hat die Familienministerin erkannt: Das Thema ist wichtig. Rund 15 000 Kinder – Mädchen und Jungen von unter eins bis 14 Jahren – werden laut Bundeskriminalamt jährlich sexuell missbraucht; mit einer Dunkelziffer, die zehnmal so hoch geschätzt wird. Wer da Abhilfe schafft, erwirbt sich Respekt.

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