Meinung : Mister Sony-Center

„Sony: CD-Erfinder ist tot“ vom 25. April

Ich vermisse in der Würdigung der Verdienste des am 23. April 2011 in Tokio im Alter von 81 Jahren verstorbenen früheren Chefs des Sony-Konzerns, Norio Ohga, dessen enge Verbundenheit mit Berlin. Ohga hat nicht nur Mitte der 50er Jahre an der staatlichen Universität von Tokio, sondern auch am Vorgängerinstitut der heutigen Universität der Künste in Berlin Musik studiert und war Opernsänger. Er sprach daher gut deutsch. Dem früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, fiel es deshalb bei seinem Gespräch am 10. März 1992 mit Norio Ohga in der Sony-Zentrale in Tokio nicht allzu schwer, diesen für den Bau des Sony-Centers mit seinem prägnanten Zeltdach im Rahmen des Städtebaulichen Wettbewerbs Potsdamer Platz nach den Plänen des Chicagoer Architekten Helmut Jahn zu gewinnen, obwohl damals die Bestätigung des vereinbarten Grundstückskaufpreises vom Winter 1990/1991 durch die EG in Brüssel noch offen war. Nach Fertigstellung des Sony-Centers hat Sony seine Europa-Zentrale von Köln nach Berlin verlegt. Berlin verdankt also das Wahrzeichen des heutigen Potsdamer Platzes Norio Ohga und seiner Liebe zu Berlin. Aus Anlass der Feier seines 75. Geburtstages ging für Norio Ohga ein lebenslanger Herzenswunsch in Erfüllung, als er an diesem Ehrentag das Berliner Philharmonische Orchester in der Philharmonie im Kreise seiner Gäste dirigieren konnte. Berlin sollte diesem großartigen Freund unserer Stadt ein ehrendes Andenken bewahren!

Hans-Henning Koch, Berlin-Wannsee

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