Meinung : Mit dieser weltweit …

Clemens Wergin

… beispiellosen Aktion wollen sich die Muslime in Deutschland der Gesellschaft öffnen.“

Es ist nicht einfach, den Islam im Westen anzupreisen. Seit dem 11. September, auf den viele offizielle Vertreter des Islam in Europa zunächst zögerlich reagierten, haben die Auftritte des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland an Professionalität gewonnen. Routiniert verurteilt der 49-jährige Nadeem Elyas inzwischen Terroranschläge extremer Muslime, wie zuletzt bei Beslan, wehrt sich aber auch heftig gegen Unterstellungen, Muslime verhielten sich ambivalent gegenüber den Gewalttätern.

Am Sonntag wollen sich islamische Gotteshäuser wie jedes Jahr seit 1997 für nichtmuslimische Besucher öffnen – nicht nur die etwa 500 von Elyas’ Zentralrat vertretenen Gemeinden. Dieses Jahr erwartet der aus Saudi-Arabien stammende Frauenarzt eine Diskussion über die Haltung der Muslime zu Terror und Gewalt. Den wenigen „öffentlichen Muslimen“ in Deutschland wie Elyas ist es zu verdanken, dass überhaupt eine Diskussion mit der muslimischen Minderheit in Gang gekommen ist. Ob das von Elyas mehrfach bekräftigte Ja zum Grundgesetz aber tatsächlich von breiten Schichten der muslimischen Gemeinde angenommen wird – auch darüber kann am Sonntag in Deutschlands Moscheen diskutiert werden.

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