Meinung : „Mit solchen Prognosen, …

Bettina Wieselmann

… ob sie auf Papier stehen oder auf Schuhsohlen, sind wir sehr vorsichtig.“

A uf der Waagschale liegen die 8,1 Prozent, die die baden-württembergischen Liberalen 2001 holten. Justizminister Ulrich Goll, der Möchtegern-Spitzenkandidat der FDP für 2006, ist kein Guido Westerwelle und deshalb vorsichtig genug, sich keine Voraussage zu angepeilten Wahlergebnissen entlocken zu lassen. Aber dass er der CDU die absolute Mehrheit erneut verbauen will, daran lässt Goll, der nach außen eher zurückhaltend auftritt, intern seit einigen Wochen keinen Zweifel mehr. Die Bühne für das öffentliche Warmlaufen als künftiger Spitzenkandidat (entschieden wird im Sommer) bietet das Dreikönigstreffen diese Woche. Der feinsinnige, eigenständige, aber auch ehrgeizige Goll hat das Zeug dazu, im Stammland der Liberalen der schier übermächtigen CDU unter dem künftigen Ministerpräsidenten Günther Oettinger freidemokratische Grenzen zu setzen.

Als Goll Ende 2002 nach sechs Jahren als erfolgreicher Justizminister ausschied, um in einer renommierten Insolvenzkanzlei noch einmal etwas Neues zu machen, war das Bedauern so groß wie im Sommer die Freude über seine unerwartete Rückkehr ins Amt. Auch wenn die Politik ihn wieder hat: Der 54-jährige Professor aus dem Badischen, der einst SWF-Personalchef war und Vater von vier Kindern ist, hat noch eine große Leidenschaft: seine Harley-Davidson.

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