Meinung : Mit spitzer Feder: Der Oberst und das Mikrofon

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Bei den Römern hieß es: "Quod licet Jovi, non licet bovi" - was den Göttern erlaubt ist, darf der Ochs noch lange nicht. Zweite Vorbemerkung: Es steht uns fern, Rudolf Scharping übertrieben in Schutz zu nehmen. Wenden wir uns dem Obersten Gertz zu. Der ist der Oberste des Bundeswehrverbands, sozusagen der Gewerkschaftschef der Uniformierten. Der hat nun dem Minister Scharping bescheinigt, er sei eine "Witzblattfigur". Der Karneval ist kalendarisch klar beendet, der Oberst Gertz muss es also ernst gemeint haben. Nun beschimpft der Oberst Gertz den Rudolf Scharping rituell, sobald ihm jemand ein Mikrofon entgegen streckt. Leider hält, grob geschätzt, die Hälfte der Vorwürfe und Behauptungen, die das Mikrofon bei solchen Gelegenheiten vom Obersten Gertz aufgezeichnet hat, schon der oberflächlichen Überprüfung nicht stand. Nie würden wir uns erlauben, den Obersten Gertz so zu nennen, wie er den Minister genannt hat. Dass allerdings der Oberst Gertz den Göttern gleich ist - das ist ebenfalls ziemlich unwahrscheinlich.

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