Meinung : Mit spitzer Feder: Findling zu Grabsteinen

jbh

Obacht, Mitbürger, Norbert Witte könnte wieder in Deutschland sein. Allem Anschein nach hat der ehemalige Spreepark-Betreiber sein peruanisches Exil verlassen und nähert sich Berlin von Nordost. Die Hinweise sind allfällig: Aus einem stillgelegten Kiestagebau im vorpommerschen Demmin ist ein Granitfindling entwendet worden. Sieben Kubikmeter groß, 20 Tonnen schwer - nicht mal so unterm Arm mitzunehmen. Ein Fall für Witte, klar. Der Mann konnte unter den Augen der Berliner Öffentlichkeit einen ganzen Vergnügungspark im Plänterwald abbauen, verpacken und nach Südamerika verschiffen. Da ist ein Findling nur eine Fingerübung. Andererseits sind die Berliner Behörden jetzt gewarnt. Noch einmal werden sie sich nicht vorführen lassen. Die Einfallsstraßen in die Hauptstadt werden überwacht. Wie wird Witte vorgehen? 20 Tonnen Stein im Stück sind verdammt auffällig. Er wird genau das machen, was die Behörden in Vorpommern mit ihrer bundesweiten Fahndung verhindern wollen: Witte wird den Koloss filetieren. Findling zu Grabsteinen, das ist sein Plan zur finanziellen Wiedergutmachung der Spreepark-Klauerei. Schon mal nachgeschaut, liebe Berliner Polizei? Im Plänterwald, da sind seit jeher die Räuber. Die verdächtig vielen Granitplatten, die sind nicht vom Himmel gefallen, die kommen aus Demmin und waren einmal eine geologische Kostbarkeit. Und wenn Witte dieses Bubenstück geschafft hat, dann darf er auch den Schuldenberg aus Stadt und Land abschleppen. Mit Chapeau und Eskorte.

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