Meinung : Mitbringsel aus New York

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Wenn einem Außenminister die Probleme zu dicht auf die Pelle rücken, muss er in die Ferne schweifen. Nach New York zum Beispiel, zur Uno. Zu Hause tobt das grüne Parteivolk, Kriegsgegner- und Befürworter drohen mit dem Ende der Koalition, doch unter den Fittichen von Kofi Annan könnte es Joschka Fischer gelingen, erneut die Stimmung kippen zu lassen. Raffiniert ist er ja. Außerdem lässt sich hervorragend spekulieren, wenn man eins und eins zusammenzählt. Die Fakten: Die strategisch wichtige Masar-i-Scharif wurde am Wochenende von der Nordallianz eingenommen. In absehbarer Zeit kann deshalb die humanitäre Hilfe für einen Großteil der afghanischen Zivilbevölkerung anlaufen. Am Sonntagabend wiederum nahm sich der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, eine volle Stunde lang Zeit für den deutschen Außenminister. Die Amerikaner und Briten verstehen dessen Sorgen ohnehin. Was also liegt näher als das: Fischer erreicht "in mühsamen Verhandlungen", dass die Deutschen im Rahmen ihrer "uneingeschränkten Solidarität" eine "herausragende Rolle" übernehmen bei der Linderung der Hungersnot. Mit dieser Formel kommt er aus New York zurück und stellt sich, natürlich rechtzeitig vor der Abstimmung im Bundestag, vor seine parteiinternen Kritiker. Die freuen sich darüber, dass es ihnen gelungen ist, die Kriegslüsternheit in Humanität zu verwandeln und haben ihren Joschka wieder lieb. Wetten dass?

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