Meinung : Mixas Verhalten ist unwürdig

„Bischof im Widerstand / Walter Mixa sieht sich als Mobbing-Opfer“ von S. Beikler und C. Keller vom 18. Juni

Mit Erstaunen habe ich vernommen, dass Ex-Bischof Mixa seinen Amtsverzicht widerrufen hat. Alle Beobachter seines Verhaltens kommen allmählich zur Einsicht, dass er ein unwürdiges Auftreten an den Tag legt. Es wird höchste Zeit, dass in dieser Angelegenheit nicht nur aus Rom ein klares, endgültiges Wort gesprochen wird.

Jürgen Böck, Wasserburg (Bodensee)

Herrn Mixas Verhalten ist anscheinend mit normalen Maßstäben nicht mehr zu messen, er scheint dieser Welt bereits entrückt zu sein. Anders kann ich mir seine Kehrtwende jedenfalls nicht erklären. Oder ist es womöglich doch so, dass ihm, der über Jahrzehnte die christlichen Werte von der Kanzel predigte, diese Werte nichts bedeuten?

Ralf Wiese, Berlin-Tempelhof

Ist Bischof Mixa ein bedauerlicher, nichtrepräsentativer Einzelfall? Laut Diözesanrat ist das Bistum über dieser Frage tief gespalten: Mixa steht also nicht allein. Ich finde daher, er bringt das Problem exemplarisch auf den Punkt. Denn die christliche Kirche behauptet (zuletzt zum Beispiel aus Anlass „Pro Reli“), ohne ihre Glaubenslehre sei keine wahre Kultur denkbar.

Der Mensch bedarf bei seiner Hinwendung zu der Kraft, die das Universum geschaffen hat, eines Vermittlers – das ist offenbar die Begründung der Kirche für ihre Existenzberechtigung. Und für ihren obersten Vermittler, den Pontifex maximus, wird sogar in Anspruch genommen, er sei unfehlbar. Die Menschheit würde in den Zustand der Barbarei zurückfallen, wenn diese Vermittlung nicht mehr wahrgenommen werden würde, durch unfehlbare Menschen und Geistliche, die das Markenzeichen des Christentums, die Nächstenliebe, eingestandenermaßen durch Prügel umsetzen? Wie glaubwürdig kann eine Kirche sein, in der es möglich ist, einen solchen Menschen nicht nur zum einfachen Seelsorger, sondern nach vielen Jahren sogar zum Aufseher (episcopus), zum Oberhirten zu berufen?

Ulrich Waack, Berlin-Lichtenrade

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