Meinung : Mogelpackung Gleichstellungsbeauftragte

„Im Geist von Alice – aber mit Make-up

und Minirock“ von Tina Schulz vom 27. Juli

Welches Bild hat denn die Gesellschaft vom Feminismus? Wer bestimmt denn, was richtig und was falsch ist? Etwa Frau Schulz vom Gleichstellungsbüro der Bergischen Universität Wuppertal? Frauen, die sich nicht schminken und so als „Feministin“ gelten – das ist schon sehr einfach gedacht. Genauso könnte man die sich schminkende Frau dem horizontalen Gewerbe zuordnen. Auch die Meinung, Gleichstellung befasse sich automatisch mit beiden Geschlechtern, ist ein Irrtum. Der größte Teil der Gleichstellungsbeauftragten befasst sich weiterhin vorwiegend mit Frauenfragen und Frauenforderungen und somit ist diese Berufsbezeichnung schon eine reine Mogelpackung.

Radikalfeministinnen verleugnen natürlich nicht ihr Frau-Sein. Bedeutet dies doch legitimierte Macht und Anspruch auf besondere Förderung. Die Macht, Opfer zu sein, sich überall diskriminiert zu fühlen und so die männliche (Schein-) Macht in die Knie zu zwingen, also genau das zu tun, was Frau Schulz negiert. Das ist Lebensrealität, die bitter und böse das Verhältnis der Geschlechter vergiftet.

Was Frau Schulz jedoch vergisst: Die normale Frau will keinen Quotenarbeitsplatz, sie will nicht im Chefsessel sitzen und vor allem will sie ihre Kinder nicht fremdbetreuen lassen. Die Frauen ruinieren auch nicht ihre Gesundheit wie die Männer und vor allem fühlen sie sich nicht unterbezahlt und daher auch nicht diskriminiert. Das ist politisches Programm und hat mit der Realität wenig zu tun. Frau und Mutter möchte allerdings gesellschaftliche Anerkennung, wenn sie sich für Familienarbeit entscheidet. Sie möchte finanzielle Sicherheit, die die Wirtschaft und die Politik der Familie nicht mehr bieten kann und Frau daher in die Berufstätigkeit zwingt. Aufgrund dieser Unsicherheitsfaktoren verzichten Mann und Frau lieber auf Familie.

Was wir brauchen ist eine Normalisierung zwischen Mann und Frau, ein Miteinander statt ein Gegeneinander. Wir brauchen keine neue Form des Feminismus und vor allem brauchen wir keine Gleichstellungsbeauftragte wie Frau Schulz!

Ramona Kuhla, Syke

Frau Schulz erklärt, gleichstellungsbewusste junge Frauen heute wollen „als Frauen wahrgenommen werden“. Dabei kleideten sie sich aber „nicht, um den Männern zu gefallen.“ Das nehme ich Frau Schulz nicht ab. Geschlechtsidentität ist immer auf das andere Geschlecht bezogen. Das zeigt sich auch in den beispielhaften Hinweisen von Frau Schulz, die auf Sexappeal anspielen: Minirock, Make-up, „knappe Outfits“, High Heels, Brustvergrößerung.

Selbst unterstellt (wenn auch nicht akzeptiert), dass den durchgestylten Frauen die männlichen Reaktionen auf ihre Erscheinung egal sind, sie müssen gleichwohl zur Kenntnis nehmen, dass es solche Reaktionen gibt, und sie müssen Verantwortung für die vorhersehbaren Auswirkungen ihres Verhaltens übernehmen. In sachlich strukturierten Kommunikationssituationen in Beruf, Geschäftsleben usw. kann forcierte, exhibitionistische weibliche Selbstdarstellung als ablenkend und störend, als deplatziert empfunden werden, genauso wie dröhnende Männlichkeit. Eine derartige Selbstdarstellung belastet Wahrnehmung und Motivation des Gesprächspartners mit aufdringlichen sachfremden Reizen. Von daher hat die traditionelle Regel für beide Geschlechter, sich in diesen Feldern sozialer Kommunikation dezent zu kleiden, auch weiterhin ihren guten Sinn.

Hartmut Caemmerer,

Berlin-Wilmersdorf

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