Meinung : Mohrenwäsche

Zur Berichterstattung um Senator Michael Braun

Obwohl in Ihrer Zeitung schon alles Notwendige stand, möchte ich mich doch noch ergänzend äußern.

Ich war bis zu meinem Ruhestand ab 2001 über 40 Jahre im Kreditgeschäft einer Berliner Großbank tätig, davon Jahrzehnte leitend. Aus dieser Zeit habe ich vielfach mit Notaren geschäftlich und auch privat zu tun gehabt.

Es mag sein, dass das Verhalten des Obigen im Wesentlichen nicht justiziabel ist, doch ist es allemal nicht korrekt. Die offiziösen Schuldfreisprechungen werte ich als Versuch einer Mohrenwäsche.

Ein Mann mit der Lebens- und Berufserfahrung wie Herr Braun kann doch nicht blauäugig behaupten, er habe das alles nicht gesehen oder sehen können. Sollte er dennoch so naiv gewesen sein, hätte es seine Sorgfaltspflicht erfordert, sich über die Art der Geschäfte zu informieren, an deren Zustandekommen er mitwirkte. Bei den dargestellten Fällen war doch nichts normal, und ich kann aus meiner Tätigkeit nur sagen, dass man schon beim zweiten Satz eines Partners bemerkt, ob der weiß, wovon er spricht. Und damit beginnt doch die besondere Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht der Amtsperson „Notar“! Diese „Latte“ muss auch bei Herrn Braun angelegt werden.

Mein Fazit: Herr Braun sollte das einzig jetzt noch Anständige tun, nämlich auf sein Amt verzichten.

Bernd Schmidt, Berlin-Lichterfelde

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