Moscheegründer : "Gut für die USA ist gut für den Islam"

Er war der Vorzeige-Muslim nach 9/11, erst in New York und dann auch anderswo in den USA. Jedenfalls für den progressiven Teil der Gesellschaft. Für seine Idee für ein islamisches Gemeindezentrum nahe Ground Zero erntet Faisal Abdul Rauf allerdings Kritik.

von
Faisal Abdul Rauf.
Faisal Abdul Rauf.Foto: AFP

Faisal Abdul Rauf verurteilte den Terrorangriff auf die Türme des World Trade Center als Verbrechen und Verstoß gegen den Koran. Er tat das mit besonderer Autorität. Er wurde 1948 in Kuwait geboren und ist Imam der 1983 gegründeten Al-Farah-Moschee in New York. Er forderte Toleranz und ein friedliches Zusammenleben der Religionen – eine Absage an den Dschihad, den Heiligen Krieg im Namen des Koran. Er diente als Beispiel eines aufgeklärten und integrierten Muslims, für den Islam und westliche Werte kein Gegensatz sind. Oft wurde der Titel eines seiner Bücher zitiert: „Gut für den Islam ist, was gut für Amerika ist“ – eine Anlehnung an den Ausspruch von Henry Ford: Was gut sei für Ford, sei auch gut für Amerika.

Neuerdings hat der Imam eine wachsende Zahl von Kritikern. Er war der Ideengeber für ein islamisches Gemeindezentrum nahe Ground Zero. Ein gemeinnütziger Verein namens „Cordoba Haus“ hat das Grundstück zwei Blocks entfernt vom Standort der beiden Türme, die Terroristen mit Flugzeugen zum Einsturz brachten, für vier Millionen Dollar gekauft. Sie stammen aus privaten Spenden. Für rund 100 Millionen Dollar soll ein 13 Etagen hoher Bau entstehen, der den Muslimen in Manhattan als Kulturzentrum dient. In einem Stockwerk ist ein Gebetsraum für eintausend bis zweitausend Menschen geplant. Auch ein Mahnmal für die Opfer von 9/11 ist vorgesehen, unter denen auch Muslime waren.

Opferfamilien, Anwohner und viele republikanische Politiker bekämpfen das Projekt. Unter anderem stellten sie einen Antrag auf Denkmalschutz für das bisher dort stehende Gebäude. Die Behörden lehnten ihn am 3. August ab. Bürgermeister Michael Bloomberg unterstützte das Projekt anschließend in einer emotionalen Rede: „Wir ehren die Feuerwehrleute und Polizisten, die im World Trade Center ums Leben kamen, nicht, indem wir (den Muslimen) die Grundrechte verweigern, für die diese Männer starben.“

Konservative sagen, sie bestreiten nicht das Recht von Muslimen, eine Moschee zu bauen. Sie fordern sie auf, freiwillig einen anderen Ort zu finden. Und sie verweisen auf Äußerungen des Imam, in denen er Verständnis für die Gewalttaten von Muslimen äußert und die radikale Hamas verteidigt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar