Meinung : „Moshammer ist ein …

Jürgen Zurheide

… Beispiel, dass eine effektive Nutzung der DNA-Analyse für eine schnelle Aufklärung schwerer Gewaltverbrechen unverzichtbar ist.“

Für Norbert Röttgen ist die Sache schon länger klar – noch bevor der Münchener Edelschneider einem Verbrechen zum Opfer fiel. Mit dem Rückenwind der öffentlichen Empörung setzt Röttgen jetzt aber die Bundesregierung parlamentarisch unter Druck. Der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion hat zwei Anträge auf die Tagesordnung setzen lassen, in denen die DNA-Analyse dem herkömmlichen Fingerabdruck gleichgesetzt werden soll. Als Rot-Grün zögerlich reagiert, legt der Rheinländer nach: „Mit ihrer Mehrheit verhindert die Regierungskoalition, dass die Vorschläge der Union zum Schutz der Bevölkerung vor Kriminellen beraten und beschlossen werden.“ Wenig später schimpft er noch intensiv über die „Hilflosigkeit, Zerstrittenheit und Handlungsunfähigkeit der Regierungskoalition“.

Mit solchen Attacken hat der 39-jährige Jurist die Erwartung seiner Fraktionschefin so gut erfüllt, dass sie ihn jetzt für höhere Aufgaben vorsieht. „Das ist mein Wunschkandidat“, wird Angela Merkel am Wochenende zitiert. Wenn der kleine CDU-Parteitag Volker Kauder an diesem Montag zum neuen Generalsekretär bestimmt, soll Norbert Röttgen neuer parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion werden.

Neben der Abteilung Attacke beherrscht der Mann das politische Strippenziehen: Seit seinem Eintritt in die CDU 1982 ist er im heimatlichen Rhein-Sieg-Kreis fest verankert, von 1992 bis 1996 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Nordrhein-Westfalen. Damals hat er unter anderem mit Ronald Pofalla, einem seiner Vorgänger, eng zusammengearbeitet; das hat ihm in der aktuellen Situation geholfen. Da Peter Hintze, der Pfarrer in den Reihen der CDU, bei der CSU nicht vermittelbar war, Angela Merkel aber einen Nordrhein-Westfalen auf den einflussreichen Posten berufen musste, fiel die Wahl schnell auf den jungen Mann aus dem Rheinland. Scharfzüngig gegen den politischen Gegner, parteiintern eher behutsam: Das sind gute Voraussetzungen für den Posten am Schalthebel der Macht in der Fraktion.

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