Meinung : Moskitos fürchten keine Resolution Von Dagmar Dehmer

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Acht Ziele sollen die Welt bis 2015 zu einem freundlicheren Ort machen. Im September 2000 haben sich 189 Regierungen in den Vereinten Nationen auf diese Millenniumsziele geeinigt. Das wichtigste: Die Zahl der Hungernden sollte bis 2015 im Vergleich zu 1990 um die Hälfte sinken. Das Ziel dürfte ebenso wenig erreicht werden wie das Vorhaben, die Zahl der Armen, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben, um die Hälfte zu reduzieren. In Afrika südlich der Sahara hungern heute mehr Menschen als 1990. Mehr als ein Drittel der Menschen dort hat nicht genug zu Essen. Und wer hungert, wird schnell krank. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat also guten Grund, besorgt zu sein, ob die Millenniumsziele zur Gesundheit noch erreichbar sind.

Die Gesundheitsziele sind jedenfalls die Basis aller weiteren Bemühungen, die Welt etwas gerechter zu machen. Wenn in Afrika südlich der Sahara 172 von 1000 Kinder die ersten fünf Jahre nicht überleben, werden die Mütter weiterhin mehr Schwangerschaften durchleben, um zumindest den größten Teil ihres Nachwuchses durchzubringen. Das heißt, sie haben ein deutlich höheres Risiko, an Komplikationen vor oder bei der Geburt zu sterben, als in den entwickelteren Ländern. Wenn die produktiven Generationen in Afrika vorzeitig an Aids sterben, weil sie nach wie vor keinen Zugang zu lebensrettenden, aber teuren Medikamenten haben, wird es dort auch keinen Wirtschaftsaufschwung geben.

Nicht in allen Bereichen der Entwicklungspolitik geht es um mehr Geld. Bei der Gesundheitsvorsorge aber schon. In allen Ländern, in denen es kaum Fortschritte gibt, sind die gesamten Gesundheitssysteme schwach. Die WHO bemängelt zu Recht, dass kaum ein Geberland bereit ist, Geld in die Strukturen zu stecken. Allerdings gibt es dafür ein paar nachvollziehbare Gründe. Schließlich ist der Gesundheitssektor auch in den entwickelten Ländern ziemlich korruptionsanfällig. Und wer will schon Geld für Krankenhäuser zur Verfügung stellen, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass sie tatsächlich aufgebaut werden. Mit der Verteilung von Moskitonetzen, die mit Insektiziden behandelt sind, lassen sich kurzfristig jedenfalls mehr Leben retten.

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