Meinung : Murrende Nachhut

mfk

Ausgepfiffen haben die Beamtenvertreter den Innenminister, auch "lautes Murren" war bei ihrer Jahrestagung zu vernehmen. Nicht, weil der Beamte an sich zur Unfreundlichkeit neigt, wie der Bürger beim Besuch manchen Amtes denken könnte. Nein, Schily will an ihre Pensionsgelder. Doch die Pfiffe wecken eher den Kampfgeist in Otto, dem Eisernen. Zum Glück. In Bad Kissingen kritisierte der Beamtenbund erneut, dass Schily die Pensionen ähnlich zurückstufen und durch eine Privatvorsorge ergänzen will wie der Kollege Riester bei den Angestellten. Warum sollen ausgerechnet Staatsdiener von großen Reformen verschont bleiben? Darf man nicht gerade von ihnen erwarten, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen statt murrend hinterherzuhinken? Ein besseres Image beim Rest der arbeitenden Bevölkerung können die Beamten nur gewinnen, wenn Sinn und Zweck des Beamtentums wieder klar erkennbar werden. Der Staat sollte sich auf seine Kernkompetenzen beschränken. Die Bürger wollen sehen, dass in den Verwaltungen effektiv gearbeitet und ähnlich rationalisiert wird wie in der freien Wirtschaft. Schilys Besoldungsstrukturgesetz geht in diese Richtung: Wettbewerb und Flexibilität mit leistungsbezogenem Lohn. Ein Jahrhundertprojekt, gewiss, aber das einzig richtige. Pfeifen hin, Murren her.

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