Museum für Berlin : Die Stadt gibt

Ein neues Museum für Berlin? Wer will das bezahlen und was soll darin gezeigt werden? Diese Fragen sind noch offen - nur eines ist sicher: Berlin macht mal wieder eine Milchmädchenrechnung.

Zunächst klingt es nicht schlecht: Berlin soll ein neues Museum erhalten, dabei fast so groß wie der Hamburger Bahnhof und in dessen Nachbarschaft am Humboldthafen beim Hauptbahnhof. Die Stadt kriegt es auch noch für lau, weil der Investor ein benachbartes Grundstück bekommt, auf dem er höher bauen darf – alles als Ausgleich für die Kosten des Museums.

Was nach einer Stärkung dieses Kulturstandorts aussieht, ist am Ende eine versteckte Subvention für einen privaten Sammler, so willkommen er und seine Kunst der Stadt auch sein mögen. Der Investor wird die Betriebskosten des Museums – denn auch die will Berlin für 20 Jahre nicht tragen – gegenrechnen und einen Handel mit der Stadt schließen: Alles soll vom Kaufpreis für die hochattraktiven Wassergrundstücke am Humboldthafen abgezogen werden.

Die wahren Kosten des Museums blieben dann verborgen und dem Steuerzahler nicht transparent. Was die Öffentlichkeit erfahren wird, ist allein die Millionensumme, die das Land verliert, weil es ein Grundstück nicht zu dem Preis verkauft, das es wert ist. Mit Geschäften dieser Art hat Berlin keine guten Erfahrungen gemacht – wie zuletzt am Spreedreieck. (Tsp/oew)

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