Nach Sparpaket-Zustimmung : Griechenland ist weiter am Boden

Nach der Zustimmung zum Sparpaket der EU müsste jetzt ein Ruck durch Griechenland gehen. Aber ein letztes Aufbäumen wird es nicht geben. Das Land ist nicht nur finanziell, sondern auch politisch bankrott.

Gerd Hoehler
Nach der Sparpaket Abstimmung kam es in Athen zu gewaltsamen Protesten.
Nach der Sparpaket Abstimmung kam es in Athen zu gewaltsamen Protesten.Foto: reuters

Die Verabschiedung des Sparprogramms war für die griechischen Politiker ein Kraftakt. Und doch nur ein erster Schritt. Denn nun kommt es darauf an, die Sparbeschlüsse und Reformvorgaben umzusetzen. Das wird nicht leicht. Zumal das Land einem Wahlkampf entgegengeht.
Eine Prognose darf man schon jetzt wagen: Die nächste Wahl, voraussichtlich im April, wird völlig neue politische Kräfteverhältnisse bringen. Seit dem Ende der Obristendiktatur 1974 dominierten die beiden Volksparteien – die konservative Nea Dimokratia und die anfangs sozialistische, inzwischen eher sozialdemokratisch aufgestellte Pasok. Sie wechselten sich an der Macht ab, prägten die von Günstlingswirtschaft und Korruption bestimmte Kultur des Landes.

Massenproteste und hitzige Parlamentsdebatte in Griechenland
Während im Parlament die Debatte über das neue Sparpaket andauert, haben Randalierer in Athen schwere Verwüstungen angerichtet.Weitere Bilder anzeigen
1 von 22Foto: Reuters
12.02.2012 23:09Während im Parlament die Debatte über das neue Sparpaket andauert, haben Randalierer in Athen schwere Verwüstungen angerichtet.

Jetzt steht die griechische Parteienlandschaft vor einem radikalen Umbruch. Am stärksten bekommen das die Sozialisten zu spüren. Giorgos Papandreou und seine Pasok gewannen die Wahl vom Oktober 2009 mit triumphalen 44 Prozent. Im jüngsten, vergangene Woche veröffentlichten Politbarometer rangiert die Pasok bei mageren acht Prozent. Wohl selten hat eine Partei einen so steilen Absturz erlebt. Profitiert haben von der Krise vor allem die Parteien der radikalen Linken, die den Spar- und Reformkurs strikt ablehnen. Sie kommen auf zusammen 42 Prozent. Diese Konstellation lässt nichts Gutes erwarten.

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben