Meinung : Nachbarschaftshilfe

DEUTSCHLAND, DIE USA UND DIE DIPLOMATIE

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Diese Situation wird Peter Struck wohl nicht so bald vergessen. Drei hochrangige Treffen hatte er in Washington, aber keiner der Gesprächspartner begrüßte ihn am Eingang seines Amtes, und keiner trat mit ihm hinterher vor die wartenden Journalisten. Dieses Signal – Deutschland und Amerika wieder Seite an Seite – sollte der USÖffentlichkeit eben nicht gegeben werden. Dennoch ist der deutsche Verteidigungsminister für die Kaltschnäuzigkeit, mit der er angetreten war, das Verhältnis wieder zu normalisieren, fast schon zu bewundern, für den fehlenden Erfolg jedenfalls nicht zu tadeln. Da müssen andere ran, Gerhard Schröder und George W. Bush selbst. US-Außenminister Colin Powell könnte das vielleicht nächste Woche in einem Dialog mit dem Bundeskanzler vorbereiten, wenn bis dahin nicht ein Versuchsballon geplatzt ist, den unsere polnischen Nachbarn steigen ließen. Sie brachten das deutsch-dänisch-polnische Nato-Korps als Teil einer Friedenstruppe für den Irak ins Gespräch. In Berlin vorher gefragt haben sie nicht. Warum auch hätten sie diese erstaunliche diplomatische Initiative zunächst anmelden müssen? Vielleicht wird ja, gerade wegen der Überraschung, doch noch eine Art Nachbarschaftshilfe daraus. apz

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