Meinung : Nachforschungen über K.

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Die deutschen Finanzminister waren früher gediegene Hausväter, die den Laden mit milder Strenge zusammenhielten. Heute erinnern sie eher an Großwildjäger, die durch den Etat pirschen und mit der Doppellläufigen alles wegballern, was nicht dreifach angeschraubt ist. Dabei fallen auch Etatposten, von deren Existenz niemand ahnte, jetzt zum Beispiel der schleswigholsteinische Polizeikasper. Unter den großen Tieren des öffentlichen Dienstes war er eher ein Zwerg, und auch die Unterstützung von Gretl und dem Krokodil scheint ihn nicht gerettet zu haben. Dennoch bleiben Fragen offen: War der Polizeikasper Angestellter nach BAT, oder nur Freiberufler mit Werkvertrag? Welche Ruhestandsregelung gilt, und steht die Gewerkschaft der Polizei hinter ihm? Müssen wir befürchten, dass der Bund der Steuerzahler später irgendwo über Zipfelmützenbeihilfe und Knüppelzulage stolpert und dann den ganzen Kieler Landtag rebellisch macht? Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass der Polizeikasper in seinen letzten Wochen von der Praxisgebühr befreit war, ist ein Skandal nahezu unausweichlich. Und wir wollen jetzt sofort wissen, ob es derlei Gestalten auch in anderen Ländern gibt, einen Feuerwehrbären beispielsweise oder einen Grenzschutzwichtel. Aber zuerst fliegt der Zollfahndungshamster raus.

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