Meinung : Nachmachen lohnt sich

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Achtung Unternehmensgründer! 5,6 Milliarden Euro in weniger als 20 Jahren Jahren sind möglich! Die Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann haben 1986 das Pharmaunternehmen Hexal gegründet und jetzt, mit einer amerikanischen Schwesterfirma, für knapp sechs Milliarden an Novartis/Sandoz verkauft. Es sei den tüchtigen Brüdern gegönnt. Der enorme Preis – vier Mal so hoch wie der HexalUmsatz – zeigt die Relevanz der Branche: Die Hersteller von Nachahmer-Präparaten verdienen prächtig und haben glänzende Perspektiven. Der weltweite Umsatz der Medikamente, die genauso wirken wie die Originale, die aber, wenn der Patentschutz der Originale abgelaufen ist, deutlich billiger vermarktet werden, wird sich voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Wer an diesem Wachstum partizipieren will, braucht Kraft, vor allem für Forschung und Vertrieb. Das soeben fusionierte Unternehmen ist der größte Medikamentenkopierer der Welt, kommt aber nur auf einen Marktanteil von knapp zehn Prozent. Anders als in der originären Pharmaindustrie, die in den letzten Jahren von Zusammenschlüssen geprägt war, haben die Generika-Hersteller das Fusionsfieber noch vor sich. Auch deshalb, weil die grandiosen Gewinne bislang von möglichen Synergieversprechen ablenkten. Das ändert sich jetzt. Der Zusammenschluss soll Einsparungen von jährlich 200 Millionen Dollar bringen. Eine schlechte Nachricht für die 3000 Hexal-Mitarbeiter in Deutschland. alf

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