Meinung : Nahost: Aussenminister Fischer auf Nahostreise

clw

Der "Merchawa III" galt als der Stolz der israelischen Armee. Jetzt gelang es der palästinensischen Hamas, einen solchen Panzer in die Luft zu sprengen, drei Soldaten starben. Gestern wollte nicht etwa Scharon von einer neuen Eskalationsstufe reden. Nein, die Hamas selbst rief eine neue Qualität des Kampfes aus und will weiter "Kassam-2"-Raketen nach Israel schicken. Als sehnten die Terroristen eine israelische Wiederbesetzung des Gaza-Streifen geradezu herbei. Zwar handelt es sich nur um eine kleine Drehung der nahöstlichen Wahnsinnsspirale. Aber sie zeigt: Joschka Fischer tut gut daran, sich nicht zu sehr zu engagieren. Ein Scharon ohne politisches Konzept und ein Arafat, der allzu viele Versprechen gebrochen hat - für Vermittlungswunder fehlt die Basis. Nur Außenminister Peres und der palästinensische Parlamentssprecher Abu Ala haben ein politisches Projekt: einen Waffenstillstand im Austausch für einen Siedlungsstopp; und in einer zweiten Phase die Anerkennung eines Palästinenserstaates, vorläufig nur in den Grenzen des Autonomiegebietes. Ihnen hat Fischer den Rücken gestärkt gegen Kritik im eigenen Lager. Mehr ist im Moment nicht drin.

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