Meinung : Nahost-Konflikt: Ganz kleine Hoffnung

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Amerika will sich nicht länger dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung aussetzen: Das ist der Kern der diplomatischen Signale, mit denen Außenminister Colin Powell versucht, die Bürgerkriegsparteien im Nahen Osten zu beeinflussen. Es ist ein Versuch, mehr nicht. Wer schon daraus neue Hoffnung schöpft, könnte bald enttäuscht werden. Vielleicht fühlen sich die radikalen Elemente auf beiden Seiten sogar versucht, jetzt erst recht die Stimmung anzuheizen. Das wäre verrückt? Natürlich wäre das verrückt. Aber genau das spricht für diese Vermutung. In irgendeiner Weise mussten die USA jetzt reagieren. Sowohl der Druck aus Europa und moderaten arabischen Ländern als auch die Veröffentlichung der Mitchell-Kommission ließen es nicht zu, weiter untätig zu sein. Die Strategie der unbedingten Äquidistanz allerdings ist nicht immer richtig. Seit Januar wurden, laut der israelischen Friedensorganisation Peace Now, schon wieder 15 neue Siedlungen in den besetzten Gebieten gebaut. Diese Praxis hat Powell gestern kritisiert. Auch George W. Bush muss das wohl noch tun - wie es vor ihm Carter, Reagan, Bush Senior und Clinton taten.

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