Meinung : Nahost-Konflikt: Kein Waffenstillstand in Nahost

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Der einseitige israelische Waffenstillstand hält erwartungsgemäß nicht. Die Palästinenser kümmern sich nicht um das, was sie verächtlich und verärgert einen "Progaganda-Trick" Scharons nennen. Damit haben sie nicht Unrecht. Denn Scharons "Waffenstillstand" zielt taktisch auf den Plan der Mitchell-Kommission, der den derzeit wohl einzig begehbaren Ausweg aus der mörderischen Situation darstellt. Damit ist Scharon Arafat nur zuvorgekommen. Der Palästinenserpräsident will nämlich auch nur die ihm zusagenden Teile des Mitchell-Reports durch Israel umgesetzt sehen, und ist seinerseits nicht bereit, den in diesem geforderten Gewaltstopp durchzusetzen. Genau dieser Gewaltstopp ist alles, was Scharon vom Mitchell-Report will. Den totalen Siedlungsstopp lehnt er hingegen entschieden ab, die Wiederaufnahme der Verhandlungen hält er für chancenlos. Wenn er nun einseitig einen Waffenstillstand verkündet und gleichzeitig an Arafat appelliert, es ihm gleichzutun - was dieser aus internen Gründen nicht kann -, so will er damit nur den Amerikanern beweisen, dass ein Gewaltstopp unmöglich ist und daher von ihm auch kein Siedlungsstopp verlangt werden kann. Jeder Schuss, jede Bombe zerstört demnach die Hoffnungen, die auf den allseits gelobten Mitchell-Report gesetzt wurden: Selbst der Glaube an eine Lageberuhigung muss so abhanden kommen.

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