Meinung : Nahost-Krise: Halleluja mit Fragezeichen

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Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern! Waffenstillstand - ausgerechnet nach einem Wochenende der Bomben und Schüsse, exakt sieben Monate nach Beginn der Kämpfe? Es ist zu früh, wieder einmal, um ein Halleluja anzustimmen. Der Nahe Osten kennt viele Waffenstillstände - aber auf dem Papier. Er kennt viele nicht eingehaltene Versprechungen der Politiker. Die Waffen werden so lange nicht ruhen, wie sich eine der beiden Seiten, einer der Anführer, politische Erfolge dank militärischer Mittel erhofft. Yassir Arafat nun hat sich letzte Woche, nach monatelangem Zögern, dazu bequemt, den Mörserbeschuss israelischer Ortschaften zu verurteilen und seine Leute aufzufordern, diesen einzustellen - und dieses Wochenende brüstet sich seine Fatah-Sturmtruppe genau damit. Was heißt: Das Ansehen Arafats bei seinen Kämpfern und sein Durchsetzungsvermögen sinken. Und dennoch fällt noch schwer, der Ankündigung des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak Glauben zu schenken, der auf mehr als dem Prinzip Hoffnung beruht. Hoffnung auf einen Rückgang der Gewalt, weil ja Israels Premier Ariel Scharon allen seinen Worten zum Trotz weiter verhandelt, während geschossen und gebombt wird. Aber immerhin: Wo nicht militärisch eskaliert, sondern politisch räsoniert wird, gibt es für ein Ruhen der Waffen wenigstens einen Hoffnungsschimmer.

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