Meinung : Nahost-Krise: Sie treffen sich selbst

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Wenn es sich bei den Mördern von Hebron tatsächlich um jüdische Rechtsextreme handelt, dann hat man es nicht nur mit menschenverachtenden Verbrechern zu tun. Sondern auch mit politischen Vollidioten: Sie erschossen nicht nur ein dreimonatiges Baby, einen unschuldigen Bräutigam und einen weiteren jungen Mann - sie schossen sich selbst ins Bein und der eigenen Regierung in den Rücken. Scharon kämpft gegen eine von Jassir Arafat angestrebte Internationalisierung des Konfliktes - besonders gegen die Stationierung internationaler Truppen. Und ausgerechnet zum Gipfel in Genua, wo die USA erstmals mit den übrigen G-8-Staaten eine unabhängige Überwachung des Waffenstillstands verlangten, gehen ein paar blutrünstige jüdische Nationalisten hin und erschießen eine unschuldige palästinensische Familie. Die sieben Opfer waren wehrlos, die israelische Regierung macht- und sprachlos. Als Erster erkannte auf palästinensischer Seite Geheimdienstchef Jibril Rajub die politische Chance: Wenn es noch eines Beweises für die Notwendigkeit einer internationalen Schutztruppe für die Palästinenser bedurft hätte, so sei dieser nun erbracht, tönte er in Richtung Genua. Und hatte Recht. Wenn Ariel Scharon bisher Jassir Arafat für jeden Anschlag seit Verkündigung des Waffenstillstandes verantwortlich machte, so kann nun Arafat mit dem Zeigefinger auf Scharon weisen.

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