Meinung : Nahost: Terror erzeugt Gegenterror erzeugt Terror ...

M.G.

Scharons Sicherheitskabinett als Ankläger und Richter, Israels Hubschrauberpiloten als Henker: Die Politik der Tötung palästinensischer Bürger, die Israel des Terrors verdächtigt, hat sein bislang prominentestes und ranghöchstes Opfer gefunden - den 63-jährigen Abu Ali Mustafa, Generalsekretär und Chef der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Was nun folgt, weiß jeder - allen voran die israelische Regierung. Auf palästinensischer Seite wird diese Tat eine neue Welle von Terror und Gewalt auslösen; auf israelischer Seite dies dann als Rechtfertigung dienen, um weitere Militärschläge anzuordnen. Fragt sich nur, welche politische Strategie hinter der von Scharon zu verantwortenden Kette von Staatsmorden steckt? Offenbar will der israelische Premierminister gar keine Friedensgespräche, weil dann für alle Welt offenkundig würde, dass er nichts anzubieten hat, was den generationenlangen Konflikt beenden könnte. Scharon ist, wie alle seine Vorgänger im Amt, noch nicht einmal bereit und in der Lage, den Bau zusätzlicher Siedlungen zu unterbinden. Arafat wiederum gerät immer stärker in den Sog radikaler Kräfte. Nach der Oslo-Enttäuschung kann er seine Landsleute nur dann für eine erneute Zeit des Verhandelns und Wartens gewinnen, wenn Israel bereit wäre, das schnelle Ende seiner 34-jährigen Besatzung der palästinensischen Gebiete in Aussicht zu stellen. Doch dazu sind weder Scharon noch die Mehrheit der Bevölkerung Israels bereit.

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