Meinung : Nahost: Um Jerusalem

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Der Kampf um Jerusalem ist in eine neue Phase getreten. Die Al-Aqsa-Intifada hatte im Herbst der umstrittene Besuch Ariel Scharons auf dem Tempelberg ausgelöst. Doch Jerusalem blieb lange verschont von dem sich über Monate anschließenden Blutvergießen. Nun aber, nach den Auseinandersetzungen um das Gedenken an die Zerstörung des biblischen Tempels, drohen Anschläge und Massaker. Davor warnen israelische Sicherheitsbehörden, damit drohen palästinensische Extremisten. Es liegt vor allem in Jassir Arafats Interesse, die geteilte Stadt in den Blick der Weltöffentlichkeit zu rücken. Am Beispiel Jerusalem kann Arafat leichter argumentieren, dass nicht er allein Schuld an der anhaltenden Krise trage. Ariel Scharon gebe sich flexibel, verweigere aber Gespräche über die Zukunft Jerusalems. Mit der gewaltsamen Wiederbelebung des Problems Jerusalem verschaffen sich die Palästinenser eine günstigere Ausgangsposition in den Gesprächen mit Amerikanern, Russen und Europäern über die Umsetzung des Mitchell-Planes. Die Gewalt geht allerdings mehr denn je von den Palästinensern aus, wie der "Arbeitsunfall" der Bombenbauer belegt. Darüber sollte auch der Vergeltungsschlag der Israelis in Gaza nicht hinwegtäuschen.

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