Meinung : Nato: Ein Republikaner in Brüssel

cvm

Warum kommt einem mitunter Ronald Reagan in den Sinn? Amerikas Republikaner denken einfach anders als ein Bill Clinton. Langsam dämmert es den Europäern, dass manche Standpunkte George W. Bushs, die sie mit Kopfschütteln quittieren, nicht nur seiner internationalen Unerfahrenheit zuzuschreiben sind. Im Ton charmant, in der Sache nachdrücklich hat er den Nato-Partnern seine Haltung zur Raketenabwehr vorgetragen, hat die Einwände angehört - und wird das Projekt weiter verfolgen. Natürlich in Konsultation mit den Verbündeten. Beim Antrittsbesuch in Brüssel sprach Bush ein weiteres Thema an, das demnächst transatlantische Meinungsverschiedenheiten auslösen wird: die 2002 anstehende Entscheidung über die nächste Nato-Erweiterung. Die Null-Option ist vom Tisch, sagt Generalsekretär Robertson. Niemanden sollte es wundern, wenn die USA sich auch für das Baltikum einsetzen. Entgegen allen Warnungen hat die erste Runde zu keinem neuen Kalten Krieg mit Russland geführt. Bushs Resumée: Man muss eine klare Sprache mit Moskau sprechen - und russische Schluckbeschwerden durch Entgegenkommen lindern, etwa durch Käufe russischer Waffen. Das Treffen mit Putin am Samstag wird ein erster Test.

0 Kommentare

Neuester Kommentar