Nato-Treffen : Auf schmalem Grat

Wieder einmal sind die Ansichten beim Nato-Treffen aufeinandergeprallt. Auch der Neue aus Washington, Leon Panetta, hat von Europa mehr Geld für das Bündnis gefordert. Dessen Sparen schade der Allianz, hatten auch viele Vorgänger geklagt. Nun will und muss auch Amerika seine Ausgaben senken – die Europäer werden aber nicht einfach übernehmen. Das Ansinnen hat der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière elegant pariert, indem er deutlich machte, Ersatz eins zu eins werde es nicht geben. Vielmehr müssten Fähigkeiten gebündelt werden. Kleiner, aber effektiver lautet die Devise. Das hieße, Kompetenzen neu aufzuteilen. Hier regt sich leiser Zweifel. Wo ist denn diese neue Nato? Vielleicht verdient da die „strategische Geduld“ besondere Beachtung, von der de Maizière mit Blick auf den Abzug aus Afghanistan sprach. Ohne die US-Hubschrauber beispielsweise tun sich die Deutschen schwer. Die USA wollen ihre Schlüsselfähigkeiten dort zunächst nicht einschränken. Und wie sähe es im Bündnis aus, wenn die Deutschen schon mal einen Rückzug in großem Stil ankündigten, den sich mancher zu Hause wünscht? mue

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben