Nato und Russland : Verbales Wettrüsten

Auf dem Nato-Gipfel vor einem Jahr wurde im Beisein des russischen Präsidenten eine neue Partnerschaft beschworen. Nun werden an der Grenze zum Nato-Land Polen Flugabwehrraketen stationiert, die gen Westen ausgerichtet sind – begleitet von einem verbalen Wettrüsten. Die Ursachen sind vielfältig: Da ist die Unfähigkeit der USA, den Russen vertraglich zuzusichern, dass das Nato-Raketenabwehrsystem nicht Russland bedroht; das scheitert an den Republikanern. Und wer trotz des Unmuts eines immer selbstbewussteren Kreml die UN-Resolution zu Libyen extrem freihändig interpretiert, muss sich nicht wundern, dass es zu einer Gegenreaktion kommt. Dass das Säbelrasseln auch von den innenpolitischen Problemen ablenken soll, versteht sich von selbst. Eine echte Chance zur Klärung der Lage gibt es deshalb frühestens nach den Präsidentschaftswahlen in Russland und den USA im kommenden Jahr. chz

0 Kommentare

Neuester Kommentar