Meinung : Neubeginn in Berlin: Mauerspechte

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Es hat schon seinen Grund - einen guten -, dass die Berliner SPD von der PDS eine Erklärung zum Mauerbau erwartet, eine, in die Anerkenntnis des Leids, das sie gebracht hat, hinreichend deutlich wird. Denn bei Sozialdemokraten und Grünen gibt es viele Bürgerrechtler. Auch wenn sie inzwischen unter anderen Vorzeichen Politik machen - ihre Zeit als Bürgerrechtler hat etliche dennoch so geprägt, dass es jetzt wieder bedeutsam wird. Elf Jahre nach dem Fall der Mauer wird ein Regierender Bürgermeister mit den Stimmen der SED-Nachfolgepartei gewählt - interessanterweise haben bisher nur Abgeordnete aus dem Osten Vorbehalte geäußert, drei von der SPD, einer von den Grünen, der früher, in der DDR, Demokratie Jetzt mitgegründet hat. Was heißt: Die U-Boote kommen später, und dann wahrscheinlich aus dem Westen. Andererseits ist es wiederum erstaunlich, dass sich nicht mehr von den einstigen Bürgerrechtlern melden. Das wiederum weist darauf hin, dass es die Bürgerrechtler als geschlossene, homogene Gruppe nicht gibt. Vielmehr gibt es, bei den Grünen, bei der SPD, durchaus auch solche, die in einer Zusammenarbeit mit der PDS gar kein Problem erkennen. Beide Koalitionsparteien kommen also nicht umhin, in den eigenen Reihen über das Für und Wider offensiv zu diskutieren. Sonst wird es noch schwieriger mit der Integration und dem Zusammenhalt.

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